Nach dem Abtragen der fünf Wohngeschosse bleiben die Wände des Kellergeschosses nach oben offen stehen. Für den Abfluss des Oberflächenwassers wurde die Bodenplatte mit zahlreichen Bohrungen versehen. Der Kellerraum ist auf eine Höhe von ca. 80 cm unter Oberkante der oberen Plattenkante verfüllt und kann dadurch ebenerdig betreten werden. Dafür wurde der durch den Abriss angefallene Beton vor Ort recycelt, in die Kellerebene eingebracht und verrüttelt. Für die Bodenskulptur musste der Kellergrundriss baulich in ein „Normalgeschoss“ umgewandelt werden. Einzelne Zwischenwände wurden herausgenommen, andere mussten durch extra hierfür gegossene, bewehrte Betonplatten ergänzt werden; einige Türöffnungen wurden verschlossen und an anderer Stelle neue Öffnungen in den Beton eingeschnitten. Die Kellerfenster wurden mit Betonsteinen verschlossen, so dass insgesamt der Anschein von sechs normalen Dreiraumwohnungen entstanden ist. Die obere Plattenkante ist nach dem Abriss nur partiell geglättet. Es bleibt der Charakter eines alten Hauses mit Gebrauchsspuren erhalten.
Nach der baulichen Umwandlung wurde die leere, nach oben offene Wohnhülle mit Möbeln aus Beton ausgestattet. 4 Couch, 6 Sessel, 2 Couchtische, 3 Esstische, 18 Stühle, 3 Schrankwände, 8 Betten, 5 Kinderbetten, 4 Herde, 4 Spülen und 4 Badewannen wurden in elf eigens hierfür angefertigten Stahlformen im Betonwerk Plötz gegossen. Einige Ensemble wie der Esstisch mit vier Stühlen, zwei Sessel mit Couchtisch und weitere Einzelmöbel sind auf je einem „Teppich“ aus Beton – ein 20 cm hohes Fundament - verankert. Die schwereren Möbel stehen einzeln unmittelbar auf dem Boden.
GRABUNGSSTAEDTE, 2003 - 2005
Bodeninstallation
36 x 12 x 1 m, Beton: Guss und Recycling Erich-Kästner-Straße in Halle (Saale) - Silberhöhe
Realisierung, 2004 - 2005
Formbau __ Andreas Freyer, __________ Dagmar Schmidt
Betonguss im Betonwerk Plötz und Arbeit auf der Kunstbaustelle ___ __________ Arbeit und Leben e.V. MD __________ Joachim Trautwein